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Auszug aus dem Buch: "Blutjustiz" von Lars Hörl.



1474 Erlöschen des Geschlechtes der Waldenburger auf Wolkenstein. Danach erfolgte die Umwandlung des Lehens in ein herzogliches Amt.

 

1494 In Freiberg wurde ein Pferdedieb gefangen genommen, der bei seiner Vernehmung den Scharfrichter von Oederan als Diebesgenossen angab, weil dieser seine Entdeckung mitbewirkt hatte. Vergebens beteuerte der Scharfrichter seine Unschuld. Durch die Tortur zwang man ihn zum Geständnis. Wie der Dieb wurde er zum Strang verurteilt. Als der Wolkensteiner Henker den Dieb von der Leiter am Galgen stoßen wollte, rief ihm der Mitverurteilte zu, er solle doch seine ewige Verdammnis bedenken, der er anheim fallen müsse, wenn er die Wahrheit nicht bekenne. Jetzt endlich erklärte der Dieb die Unwahrheit seiner Anschuldigung, die nur ein Werk der Rache gewesen sei. Der Scharfrichter von Oederan kam nun frei, starb aber bald an den Folgen der Tortur.

 

1505 Herzog Heinrich der Fromme erhält die Ämter Freiberg und Wolkenstein.

 

1505 Die 2 Verliese des Schlosses Wolkenstein, wurden das erste mal urkundlich erwähnt.

 

1510 Am Freitag nach Judica (5. Sonntag vor Ostern) hat man ein altes, betagtes Weib mit zwei Büchern, die man ihr um den Hals hängte, in Wolkenstein unter dem Galgen verbrannt. Diese hatte viele Übeltaten begangen, Gesinde in schwere Krankheit geführt, etliche hatte sie verblendet oder um ihr Gesicht (Augenlicht) gebracht, etliche hatte sie zu Tode vergiftet. Auch hatte sie viele lahm gemacht, etlichen Huren die Frucht abgetrieben und dergleichen Werke mehr. Diese Kunst hatte sie auch anderen gelehrt. Darum wurde sie mit ihren Kunstbüchern in verbrannt.

 

1525 Bauernerhebungen im Amt Wolkenstein.

Als Hauptschuldige an den Unruhen wurden die beiden Richter Thomas Rebentisch und Oswld Fischer aus dem Dorf Königswalde genannt. Für sie bedeutete das den sicheren Tod. Aus den Orten Schönbrunn, Falkenbach, Gehringswalde, Neudorf, Drebach, Venusberg, Herold, Hilmersdorf, Wiesa, Streckewalde und Grießbach hatten Bewohner an den Unruhen teilgenommen. Diese Dörfer hatten hohe Strafgelder, von 10 Gulden pro Haus zu zahlen. Ausgangsorte waren die Dörfer Königswalde und Mildenau. Sie wurden strenger bestraft als alle anderen. Die Personen, die an den Unruhen teilgenommen hatten, waren strengen Verfolgungen ausgesetzt. Sie wurden verhaftet und abgeurteilt, einige aber auch des Landes verwiesen.

 

1536 Einführung der Reformation im Herzogtum Sachsen.

 

1573 Sonnabends nach Esto mihi wurde Christian Seidels Weib wegen Ehebruchs auf dem hiesigen Rabenstein in Wolkenstein enthauptet.

 

1590 Die Säckung einer Kindesmörderin in Wolkenstein.

Zu den erschütterndsten Erscheinungen im Gerichtsleben gehörte der von der Mutter ausgeführte Mord am eigenen Kinde. Seine Ursache war meist die Verfemung der außerehelichen Mutterschaft. Karls V. peinliche Gerichtsordnung setzte die Strafe für den Kindesmord, das Ertränken im Sack mit Hund, Hahn, Schlange und Katze, fest. Im 17. Jahrhundert war der Kindesmord und also Hinrichtungen von Kindesmörderinnen leider sehr häufig. Ab der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Kindesmörderinnen generell enthauptet.

 

1591 Als einem Wolkensteiner Bürger plötzlich sein Pferd verendete, wandte dieser sich an eine ehrbare Frau mit der Forderung um Schadenersatz, ansonsten werde er sie als Hexe anzeigen. Die Frau weigerte sich empört, wurde aber tatsächlich verhaftet, gefoltert und nach den entsprechenden "Geständnissen" verbrannt.

 

1602 kam der Waldkirchner Einwohner Hans Richter in den Verdacht, der Mörder seiner eigenen etwa dreizehnjährigen Tochter zu sein. Die schon bestattete Leiche wurde "ausgeerdet" und untersucht und schließlich musste sie der Vater bei der Bahrprobe berühren. "Weil auf ihn allein die Murmlung Vndt vermutung in ganzen Dorffe geweßen, Vndt ob es wol Kein sonderlich Zeichen gegeben, so ist sie doch immer ie sehrer als eine Rotthe Roße erschienen." Da Richter bei seinem Leugnen blieb, ordnete der befragte Leipziger Schöffenstuhl an, "den gefangenen mit der Scherffe Zimlicher weise angreiffen vnd befragen Zue Lassen", zumal auch der Verdacht auftrat, dass er ebenfalls der Mörder seines Sohnes sei. Der Annaberger Scharfrichter führte in Augustusburg die peinliche Befragung aus. Nun endlich gestand Richter, Sohn und Tochter so heftig misshandelt und geschlagen zu haben das sie gestorben seien, doch habe er ihren Tod nicht gewollt. Der wiederum um Rat befragte Schöffenstuhl hielt die Aussagen für ungenügend, "der Angeklagte sei daher nochmals in Güte oder mit der Scherffe zu verhören". Die zweite Folterung hatte den gewünschten Er-folg. Richter gestand, seine Tochter in der Absicht sie zu töten, geschlagen zu haben. Das Urteil, das vom Kurfürsten bestätigt wurde (Waldkirchen gehörte damals zum kurfürstlichen Amt Augustusburg), lautete in seinem Hauptteil: "So magk der gefangene ... von wegen solcher an seinem Töchterlein begangenen vnd bekantten Mortthat mit einem Hunde, Hahn, Schlangen vndt katzen an stad eines Affen in einen sack gesteckt vnd im wasser ertrenckt, Oder do die Gelegenheit des wassers des orts nicht vorhanden, mit dem Rade vom leben zum tode gestrafft werden." Die Aufschrift des Aktenbündels bezeugt die Ausführung des Urteilspruches in seiner zweiten Form vom Wolkensteiner Scharfrichter.

 

1609 wurde die Witwe Margarethe Lößnart in Zschopau von ihrer Tochter beim Pfarrer verklagt, weil sie gotteslästerliche Flüche und Reden ausgestoßen habe. Auf Wunsch des Pfarrers wurde die Frau von den Räten der Stadt vernommen. Sie leugnete zwar nicht das Zanken, wohl aber das Fluchen. Da die Belastungszeugen keinen guten Leumund hatten, wäre die Frau wohl mit einem blauen Auge davongekommen, wenn sie nicht auf kurfürstlichen Befehl in Haft gekommen wäre. Weitere Vernehmungen ergaben, das sie in anderthalb Jahren nur ein- oder zweimal in der Kirche war, nie aber zum Abendmahl gekommen sei. Ferner in einem Haus, in dem sie einige Zeit gewohnt hatte, "Zwey nacht über ein  groß wesen oder gespenster entstanden seien". Zwar hatte die Witwe geleugnet, das sie daran Schuld sei, hatte aber erklärt, "sie wolle Zur Klugen fraw Ins Land zu Böheimb (Böhmen) gehen Vnd dießfalls ratth schaffen", wenn sie einen Dienstthaler und ein hausbackenes Brot erhalte. Trotz das dies abgelehnt wurde, sei doch in der dritten Nacht das Gespenst weggeblieben, aber auf dem Dache sei es geschwind hin und her geritten wie "ein gaull". Diese Aussagen genügten dem Schöffenstuhl zu Leipzig, um als recht und billig zu erkennen, das die Angeklagte wegen Gotteslästerung mit dem Schwert vom Leben zum Tode zu bringen sei. Dieses Urteil wurde auf kurfürstlichen Befehl vom Wolkensteiner Scharfrichter vollstreckt.

 

1613 Die zu jener Zeit aufgetretene Pest forderte auch in Wolkenstein ihre Opfer. Zu dieser Schreckenszeit trieb der damalige Totengräber von Wolkenstein mit einem in seinem Hause aufgehängten Totenkopf allerlei Gaukelei und Bubenstreiche. Ferner hatte ein Helfer den Leichen die Sterbekleider ausgezogen, die Särge verkauft und die Leichen nackt in die Erde geworfen. Sogar der Diakon, Abraham D(renkner)?, hatte in der Nacht die Sterbehäuser ausräumen lassen. Während der Notzeit blieb alles verschwiegen. Jedoch danach konnten die Missetäter festgesetzt werden. Nur der Diakon flüchtete mit Frau und Kind nach Ungarn. Am 15. Juli 1614 wurde der Totengräber zur Feuerstätte geschleift, mit glühenden Zangen gerissen, alsdann gerädert und verbrannt. Sein Helfer ist anschließend per Stange erschlagen worden.

 

1622 In Wolkenstein wurde ein Todesurteil mit dem Rad vollstreckt. In der Akte stehen einige Einzelheiten über sie Hinrichtungskosten. 1 Gulden 10 Groschen kostete das Hemd für den armen Sünder, 5 Groschen der Kranz, 2 Gulden 18 Groschen bekam der Wagner Hans Hunger "vor einen Radt, vndt deßen Zugehörung, damitt der arme Sünder Justificiret worden", 10 Gulden erhielt der Annaberger Scharfrichter für die am 18. Januar ausgeführte Urteilsvollstreckung.

 

1632 Es gab 7 Besetzungen und Plünderungen in Wolkenstein, während der Zeit des des Dreißigjährigen Krieges.

 

1633 wurde die Frau des Totengräbers aus Jöhstadt beschuldigt, durch Zauberei der Pest Vorschub zu leisten. Nach bekannter "Befragung" gestand sie dies auch. Sie habe einem Pestopfer eine Bürste mit ins Grab geschmuggelt, und dies würde die Ausrottung der gesamten Bevölkerung bewirken, wenn besagte Bürste nicht wieder aus dem Grab entfernt werde. Das Preisgeben des "Gegenzaubers" half ihr leider nicht. Die Frau wurde in Wolkenstein erwürgt, ihre dreizehnjährige Tochter geköpft und ihr Sohn musste Urphede schwören und wurde anschließend des Landes verbannt.

 

1659 kam in Lippersdorf ein Mädchen zur Pfarrersfrau und getrieben von Gewissensangst gestand es, zur Mörderin des eigenen Kindes geworden zu sein. Am "Niederen Viehweg", an der Flurgrenze zu Reifland, wurde sie mit dem Schwert hingerichtet.

 

1666 Am 31. Mai wurde in Lengefeld ein Kuhdieb verhaftet. Da es zu keinem Geständnis kam, ordnete der um Rechtsbelehrung gebetene, Leipziger Schöffenstuhl die "peinliche Befragung" an. "H. Cronberger Von Annabergk Kommen wie auch der Scharff Richter mit zwei gehulffen, Meinen Kuhe Dieb ... in der schärffe Wollen fragen laßen , Allß er den Ernst gesehen, hat Er alles gutwillig gestanden, ihme hernacher in das Städtlein Zur hafft Vndt Ver Wahrung bringen laßen." Am 17. Juli erfährt man, welche Strafe der Kuhdieb empfing: "Den Dieb ... Vormöge des Vrthes (Urteils) zur stauppe hauen laßen, Vndt ewig Landtes weisen" (Rutenhiebe und ewige Landesverweisung).

 

1670 wurde freitags nach dem 20. Sonntage nach Trinitatis (Sonntag nach Pfingsten) eine liederliche Weibsperson zu Wolkenstein enthauptet, welche 5 Kinder abgetrieben und mit dem 6. Kind Gift eingenommen hatte, so dass das Kind ganz grün war.

 

1676 Am 26. Mai wurde vom Hochgericht Wolkenstein "iudicum in corpore et re" (Urteilsrecht über Körper und Sache) ein Todesurteil in Lengefeld vollstreckt. Der Lengefelder Sattler Hans Georg Schmied wurde am Galgen gerichtet. Die Stelle des peinlichen Anklägers vertrat der Scharfrichter zu Annaberg.

Wenn man liest, das man den Leichnam länger als 4 Monate in Sommerschwüle und Gewitterregen hängen ließ, schaudert es uns. Man spürt hier, das mittelalterliche Düsternis weit in die Neuzeit hineinwirkte. Es waren schon am nächsten Morgen, die beiden Daumen abgeschnitten und ein Teil der Armensünderkleidung ausgezogen worden. Binnen 8 Tagen war dann der Leichnam aller Finger und Zehen, sowie aller Bekleidung beraubt. Bis ins 19. Jahrhundert hinein verdüsterte dieser Aberglaube die Vernunft vieler, "weil derlei Kostbarkeiten" Sicherheit bei Diebesgängen usw. gewährleisteten.

 

1684 wurde in Mittelsaida eine Kindesmörderin vom Wolkensteiner Hochgericht mit dem Schwert vom Leben zum Tode gestraft.

 

1695 Fürstlich Sächsische Landesordnung:

"Die, welche mit dem Teufel Verbündnisse aufrichten oder unmenschliche Unzucht treiben, sollen, auch wenn sie mit der Zauberei niemand Schaden zugefügt haben, mit dem Feuer vom Leben zum Tode gestraft werden."

"Wenn aber außerhalb solcher Verbündnisse oder Unzucht (mit dem Teufel) jemand mit Zauberei Schaden tut, er sei groß oder klein (ohne Ansehen der Person), so soll der Zauberer, Mann oder Weibsperson, mit dem Schwert gestraft werden."

 

1697 Die Silberkammer des Schlosses Wolkenstein wurde von den Kumpanen des Räubers Nicol List ausgeraubt.

 

1718 ist eine Frau aus Satzung in Wolkenstein durch das Schwert vom Leben zum Tode gebracht worden, weil sie "ihren Ehemann mit der Axt entleibet" hatte.

 

1721 wird eine Frau aus Jöhstadt in Wolkenstein enthauptet, der man nach 7 Jahren noch einen 1714 begangenen Kindesmord nachweisen konnte.

 

1755 gelang es, eine große Räuberbande unschädlich zu machen, die auf den Handelsstraßen und in den Dörfern des kurfürstlichen Amtes Wolkenstein ihr Unwesen trieb. Zur Bande gehörten 40 Bauern, hauptsächlich aus den Kammdörfern Kühnheide, Rübenau, Reitzenhain, Satzung, Rittersberg, Ehrenfriedersdorf und Böhmen stammend. Die Räuber begingen die grausamsten Einbrüche. In einzelstehenden Häusern wurde eingebrochen, wenn die Bewohner beim Abendbrot saßen. Sie wurden gefesselt und geraubt, was geraubt werden konnte und gefesselt liegen gelassen. Ihr Anführer war Johann August Tröger (Der dürre Schneider). Im Kampf gegen die Räuberbande konnte eine übelbeleumdete Frau aus Kühnhaide gewonnen werden, den Räuber Hähnel zu überreden, die Namen der Bandenmitglieder und ihre Pläne mitzuteilen. Am 8. Februar 1755 konnten über 20 Räuber verhaftet werden und in den nächsten Tagen der Rest. Ihnen wurde der Prozess in Wolkenstein und Marienberg gemacht. Ein Räuber aus Lengefeld und der Wirt der "Roten Pfütze" aus Großolbersdorf sind im Wolkensteiner Gefängnis verstorben. 11 sind in das böhmische Amt Rothenhaus geschafft worden. Sie wurden dort verurteilt.  Im August 1755 fand die erste Hinrichtung in Wolkenstein statt. 11 Täter wurden innerhalb einer Stunde mit dem Schwert vom Leben zum Tode gestraft und anschließend ihre Körper zur Abschreckung aufs Rad geflochten. Die zweite Hinrichtung erfolgte am 12. September 1755 auch in Wolkenstein. Exekutiert wurden die 4 Brüder Freyer und Gottfried Fleischer aus Kühnhaide, Gottfried Hillig und Johann Christian Weichelt aus Reitzenhain sowie Gottfried Müller aus Grüna. Ihnen wurden 17 Raubüberfälle und 39 Diebstähle zur Last gelegt. Hähnel war bei der Hinrichtung seiner Kumpane zugegen und wurde in letzter Minute begnadigt und mit seiner Familie ins Zuchthaus nach Waldheim überwiesen. Im November 1755 ward in Rübenau, in Komotau und Rothenhaus und nochmals in Wolkenstein hingerichtet. Der "dürre Schneider" konnte nicht gefasst werden. Als dieser den Bandenmitgliedern angedroht hatte sie zu verraten, wurde er in einem Wald bei Rübenau in eine Falle gelockt. "Er muste alsbald niederknien und beten, wo ihn sodann zween Rübenauer Bauern bey dem Kopfe nahmen, und ihn ernstlich eine Kugel mit dem Terzerol durch die Brust jagten, ihm die Kehle abschnitten, und noch 11 Stiche in die Brust gaben. Sie haben alsdann den Körper in ein altes Schacht geworfen, welcher auch den anderen Tag gefunden worden".

 

1757 Am 16. September wird ein Mühlbursche aus Satzung hingerichtet, der 1755 in Böhmen verhaftet wurde. Der Pfarrer schrieb nach der Hinrichtung ins Kirchenbuch: "Er hatte fast auf hundert Dieb- und Raubereyen begangen, die er in seinem letzten Gefängnis frey und ungezwungen gestanden. In Karlsbad saß er eine zeitlang im Gefängnis und veränderte alsda die Lutherische Religion mit der Römisch Catholischen in der Meynung, sich dadurch seine Freyheit zu erkaufen. Es gelung ihm aber nicht, denn er wurde endlich nach Sachsen ausgeliefert, und bekam alhier wie oben gedacht seinen gerechten Lohn". Unter seinem Begräbniseintrag schreibt der Wolkensteiner Pfarrer: "Er hat sich endlich, wie es schien, sehr wohl zu seinen Todte bereitet, die Veränderung der Lutherischen Religion so-wohl als auch alle seine Schandtathen herzlich bereuet, und im Glauben auf Jesum bis in seinen Todt zu herharren bezeuget". Darunter steht: "Es ist nun seit etlichen Jahren der Dreizehnte, der auf dem hiesigen Rabenstein aufs Rad geflochten worden".

 

Die in Wolkenstein Hingerichteten wurden auf dem "armen Sünder Gottesacker" begraben. Der Wolkensteiner Pfarrer hat mit jedem Verurteilten gesprochen und ihn zur Richtstätte begleitet. Dabei wurde mit der Rathausglocke geläutet. Notizen über die seelsorgerlichen Gespräche des Pfarrers stehen im Kirchenbuch. "Haben sich beyde wohl bekehret" steht in einem Eintrag vom 15. Oktober 1756. Am 29. April 1757 steht geschrieben: "Haben sich beyde, obgleich beym publicirten Todesurtheil sie sich gar mürisch angestellet. Endlich bey der ersten Visitation und erfolgter Praeparation gantz wohl bekehret und ihren Tod mit Freuden erwartet und ausgestanden".

 

1770 wurde in Olbernhau auf dem Marktplatz ein Dienstmädchen aus Böhmisch-Grünthal mit dem Schwert hingerichtet. Sie hatte ihr und ihres Dienstherren Kind, unmittelbar nach der Geburt getötet. Vier Jahre lang saß sie in der Olbernhauer Gerichtsfronfeste, dann fällte das Leipziger Schöffengericht das Urteil. Die in den Wolkensteiner Ratsakten befindliche Abrechnung über die Hinrichtung teilt mit, das der Annaberger Scharfrichter 10 Reichsthaler erhielt, 4 Tagelöhner den Leichnam auf den Gottesacker trugen, dass das gesamte Zimmererhandwerk am Schafott und an den Schranken baute und das die Kurrende die arme Sünderin zur Exekution sang.

 

1790 Im August kam es zu Bauernunruhen in den Dörfern um Wolkenstein und Scharfenstein.

 

1795 Am 16.11. wird vom Justizamt Wolkenstein, der Steckbrief für die Ergreifung des Raubschützen Carl Heinrich Stilpner (Stülpner) ausgestellt. Es wurde ein Kopfgeld von 50 Talern ausgesetzt. Am 17. 12. 1795 erfolgte die Veröffentlichung des Steckbriefes in den "Leipziger Zeitungen".

 

1808 Wegen Diebstahls wurde in Augustusburg und Wolkenstein der Räuber Herzog aus Lengefeld und seine 4 Gesellen eingesperrt. Er konnte noch einmal in Chemnitz festgenommen werden, wo er in der dortigen Fronfeste 1809 verstarb. Er war der letzte Vertreter der wenig beliebten Schar der erzgebirgischen Räuberhauptleute.

 

1834 Im Schloss Wolkenstein, wird ein Amtsgericht mit Gefängnis und einem Gefangenenhof eingerichtet.

 

1952 Das Wolkensteiner Amtsgericht wird aufgelöst.



Im Gefängnis